| Neues Erfurter Zementoval erlebt am 16. und 17. Juli erstmals wieder Deutsche Meisterschaften der Dauerfahrer |
| Montag, den 31. Mai 2010 um 15:05 Uhr | |||
|
66 Jahre nach Lohmanns Triumphfahrt: Titeljagd der Steher im Andreasried
Vor 111 Jahren donnerten im Andreasried zum erstenmal die Motoren über eine 500-Meter-Piste. 45 Jahre später feierte die Steherlegende Walter Lohmann auf dem 454-Meter-Oval einen triumphalen Erfolg bei den Deutschen Meisterschaften der Berufsdauerfahrer. 66 Jahre nach dem grandiosen Sieg des Weltmeisters aus Bochum, der im 100-km-Finale nach Defekt einen 8-Rundenrückstand aufholte, erlebt die älteste Zementbahnarena der Welt wieder einmal deutsche Titelkämpfe. Am 16. und 17. Juli rasen die besten deutschen Steher nun auf dem neuen überdachten 250-Meter-Oval im Norden Erfurts um die Meisterschaft des Jahres 2010.Zur Freude des fachkundigen stehervernarrten Publikums und zur Freude von Rudi Keil, Ede Zawadski und Willy Czudek, der Lokalmatadoren von einst, die Erfurter Stehergeschichte schrieben. In den Nachkriegsjahren hatten über 10 000 Zuschauer dem großen Kämpfer Keil beim Gewinn der ersten nationalen Titel (1949 Ostzonenmeister/1951 DDR-Meister) 1949 und 1951 auf seiner Heimatbahn zugejubelt. 1963 wurde hier mit Georg Stoltze ein Amateurweltmeister aus Erfurt als DDR-Titelgewinner gefeiert. 1970 schmückte sich hier der Berliner Wolfgang Schmelzer mit dem Meisterkranz aus der Blumenstadt. Die Erfurter Willy Czudek und Siegfried Müller belegten die Ränge 4 und 5. Die alte Steherhochburg Andreasried - genaugenommen die kleinste, aber letzte Festung aus der Kette weltberühmter Zementbahnen wie Paris, New York, Lüttich, Berlin und Köln – feiert also im Juli wahrhaft historische Titelkämpfe. 66 Jahre nach Lohmann duellieren sich die besten Dauerfahrer der Bundesrepublik im Windschatten der besten Schrittmacher beim Kampf um das Meistertrikot. Und im Gegensatz zu damals muss man nicht unbedingt vor dem Regen zittern und kann einem Lokalmatador die Daumen drücken. Mit Philipp Klein vom Thüringer Energie Team geht ein Fahrer mit guten Finalchancen an den Start. Der aus Erfurt stammende Klein wurde mit Gerd Geßler bei seiner Premiere im ersten Steherjahr immerhin Siebenter. Für Volker Brix kommen die Favoriten aus Leipzig und Nürnberg. Der Sportjournalist und Steherexperte, seit Jahrzehnten auch als Helfer im Andreasried wirkend, nennt den zweifachen Europameister Timo Scholz sowie den Titelverteidiger Mario Vonhoff als erste Anwärter auf den Titel. „Aber im Andreasried hat auch Klein schon tolle Rennen geboten“, sagt der Erfurter. „Und mit seinem Heimpublikum im Rücken wird er richtig dagegenhalten wollen, wenn die Großen aufdrehen“. Teamspirit-Chef Jörg Werner würde das besonders freuen. Das von ihm geführte Thüringer Energie Team hat dem 22-jährigen Erfurter mit Spezialtraining und Rundfahrtteilnahmen beste Voraussetzungen für den Start ins zweite Steherjahr geschaffen. Man darf also gespannt sein auf die zwei tollen Stehertage im ewig jungen Andreasried. Während am Freitag, dem 16. Juli, ab 18.00 Uhr die Vorläufe ausgetragen werden, finden am Sonnabend ab 15.00 Uhr das kleine (B)Finale und der große (A)Endlauf statt. Die Eintrittspreise sind für Titelkämpfe ausgesprochen moderat. Pro Wettkampftag kostet ein Voll-Ticket 9 Euro und ein ermäßigtes 6 Euro. Besucher an beiden Tagen sparen mit dem Erwerb eines Kombi-Tickets für 15 Euro (ermäßigt 10 Euro) immerhin drei bzw. zwei Euro.
|





